Archiv der Kategorie: Wissenschaftliche Bibliothek

Buchvorstellung – Jenseits der Erscheinungen

Der Herausgeber Klaus-Dieter Sedlacek stellt seine Buchveröffentlichung über ‚Erkennbarkeit und Realität der Quantennatur‘ vor. Es geht unter anderem um die Frage, ob es in der Quantenphysik keine Kausalität mehr gibt. Buchvorstellung – Jenseits der Erscheinungen weiterlesen

Neues Buch – Allgemeine moderne Psychologie

Man hat mit Recht drei Hauptwurzeln der Psychologie unterschieden: die praktische Menschenkenntnis, den religiösen Seelenglauben und die biologische Lebenserklärung.
Psychologie als praktische Menschenkenntnis treiben wir alle tagtäglich, wenn wir instinktiv die Gefühle und Stimmungen, die Wünsche und Absichten unserer Mitmenschen erraten, wenn wir ihr Benehmen und Handeln aus ihren Motiven heraus deuten, wenn wir uns Vorstellungen von ihrer Begabung und ihrem Charakter bilden. Je nach Veranlagung, Lebensumständen und Schicksal bringen wir es sehr verschieden weit in dieser praktischen Menschenkenntnis.
Weiter bringt man es, wenn man wissenschaftliche Einsichten der Psychologie für die Aufgaben des praktischen Lebens dienstbar macht und sich überhaupt in den Beziehungen zwischen der psychologischen Wissenschaft und der instinktiv-praktischen Seelenkenntnis auskennt.
Hier hilft dieses Buch, indem es die grundlegenden Kenntnisse der allgemeinen modernen Psychologie systematisch und verständlich vermittelt.

Bibliographische Angaben:
Buchtitel: Allgemeine moderne Psychologie: Systematische Einführung in die Wissenschaft psychischer Prozesse
Autor(en): August Messer; Klaus-Dieter Sedlacek
Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN 978-3-7431-7448-1
Bezug über alle relevanten Buchhandlungen, Online-Shops und Großhändler – z. B. Amazon, Apple iBooks, Tolino, Google Play, Thalia, Hugendubel uvm.

Rezensionsexemplar: presse(at)bod.de

Der deutsche Philosoph und Psychologe August Messer (1867 -1937) habilitierte sich 1899 an der Universität Gießen. 1908 bekam er einen Lehrauftrag für experimentelle Psychologie und Pädagogik. In den 1920er Jahren engagierte er sich für die Erwachsenenbildung an Volkshochschulen auf Basis einer modernen Pädagogik. Unter seinen viel gelesenen Werken finden sich Einführungen in die Psychologie, Darstellungen zur Philosophiegeschichte, zur Erkenntnistheorie und zum kritischen Realismus.

Die ersten Spuren psychischer Erscheinungen

Buchvorstellung: ‚Das psychische Leben von Mikroorganismen – Eine Studie in experimenteller Psychologie‘. Es geht unter Anderem darum, dass alle lebenswichtigen Phänomene bereits in den allereinfachsten Zellen und Lebewesen vorhanden sind.

Es gibt mikroskopisch winzige Lebewesen, die kein Gehirn haben und dennoch so etwas wie ein Gedächtnis. Diesen Lebewesen fehlen alle Sinnesorgane, dennoch können sie anscheinend sehen, hören, riechen und fühlen. Sie haben keine Arme oder Beine, dennoch können sie laufen und bei Bedarf so etwas wie Ärmchen nachbilden, um sich damit das zu greifen, was sie wollen. Sie können jagen, sich verteidigen, ja sie haben sogar ein ausgeprägtes Sexualleben.
Alfred Binet führt uns im Rahmen seiner Studie über das psychische Leben der einzelligen Mikroorganismen in diese geheimnisvolle Welt ein, die vielseitiger ist, als die Welt der uns bekannten Tiere. Er weiß fundierte Antworten auf Fragen über die grundlegenden Phänomene des Lebens, beispielsweise auf die Frage, ob psychisches Leben überhaupt eine Eigenschaft der lebenden Materie ist. Der erfahrene Forscher und Psychologe Binet weiß nicht nur die Antworten, er nimmt den Leser mit auf seiner Entdeckungsreise durch die wunderbare Welt des psychischen Lebens der Mikroorganismen.

Bibliographische Angaben:
Buchtitel: Die ersten Spuren psychischer Erscheinungen: Das psychische Leben von Mikroorganismen – Eine Studie in experimenteller Psychologie
Autor(en): Alfred Binet; Klaus-Dieter Sedlacek
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN 978-3-7431-8088-8
Ebook:
Bezug über alle relevanten Buchhandlungen, Online-Shops und Großhändler – z. B. Amazon, Apple iBooks, Tolino, Google Play, Thalia, Hugendubel uvm.

Rezensionsexemplar: presse(at)bod.de

Der französische Psychologe Alfred Binet (1857 – 1911) gilt als Begründer der Psychometrie. Er studierte unter anderem Medizin und Biologie an der Sorbonne. Seine Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Intelligenzmessung und der Mikroorganismen sind eine Arbeitsgrundlage für Psychologen und Naturforscher auf der ganzen Welt.

Koffkas Gestalt-Psychologie

Der deutsche Psychologe Kurt Koffka (1886 – 1941) gehört zu den Begründern der Gestaltpsychologie. Die Gestaltpsychologie ist eine naturwissenschaftlich orientierte Richtung der Wahrnehmungs- und Entwicklungspsychologie und heute nach wie vor aktuell. Nach seiner Promotion wurde Koffka 1911 an die Universität Gießen berufen, wo er ab 1918 als außerordentlicher Professor unterrichtete. Von 1927 an lehrte er als Forschungsprofessor am Smith College in den USA. 1934 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Als sein Hauptwerk gilt die systematische Darstellung der Gestalttheorie in dem zum Klassiker gewordenen Buch „Principles of Gestalt Psychology“ (1935). Seit 2007 verleiht die Justus-Liebig-Universität Gießen jährlich die Kurt-Koffka-Medaille an international herausragende Forscher des Fachgebiets.

Zum Buch:

Gestalt-Psychologie: Einführung in die neue Psychologie vom Begründer der Gestaltpsychologie (Wissenschaftliche Bibliothek)

Jenseits der Erscheinungen

Die Wendung, zu der die Physik der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte gelangt ist, konnte nicht vorausgesehen werden. Soviel auch über Determinismus und Indeterminismus, über Inhalt, Geltung und Prüfung des Kausalprinzips und Transzendenz philosophiert wurde — niemand ist davor auf die Möglichkeit verfallen, welche uns die Quantenphysik als den Schlüssel anbietet. Erst nachträglich erkennen wir, wo die neuen Ideen von den alten abzweigen, und wundern uns vielleicht ein wenig, früher an der Kreuzungsstelle immer achtlos vorbeigegangen zu sein. Jetzt aber, nachdem die Fruchtbarkeit der quantentheoretischen Begriffe durch die außerordentlichen Erfolge ihrer Anwendung bekannt ist und wir schon Jahre Gelegenheit zur Gewöhnung an die neuen Ideen gehabt haben, jetzt dürfte der Versuch nicht mehr verfrüht sein, zur philosophischen Klarheit über den Sinn und die Tragweite der Gedanken zu kommen, welche die gegenwärtige Physik zum Verständnis unserer Welt beiträgt.
Der von Prof. Dr. Moritz Schlick gegründete legendäre Wiener Kreis ist in die Philosophiegeschichte eingegangen. So können wir von ihm mit diesem Buch wieder Erkenntnisse der Extraklasse über die Natur der Quantenwelt erwarten.

Mehr zum Buch:
Jenseits der Erscheinungen: Erkennbarkeit und Realität der Quantennatur (Wissenschaftliche Bibliothek)

Ist ein intelligenter Geist das Wesen der Materie?

Einen Hinweis auf diesen bewussten intelligenten Geist finden wir in der Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Zu einem der wichtigsten Experimente der Quantenphysik gehört das Doppelspaltexperiment. Hinter dem Doppelspalt fängt man auf einem Beobachtungsschirm auf, was durch die Spalte hindurchkommt. Auf diese Weise beobachtet man das Verhalten der Quantenobjekte und kann es interpretieren.

Mehr zum Thema:
Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)

Was bedeutet Naturerkenntnis, und wie kommt sie zustande?

Was meinen wir, wenn wir sagen, es sei irgendein Naturvorgang erkannt worden und was versteht man unter Erkennen in der Naturwissenschaft?
Was ist das, was bei jedem Bewegungsvorgang identisch bleibt, obwohl es zugleich eine Veränderung durchmacht?
Aus wieviel Urstoffen bestehen alle Dinge?

Mehr zum Thema:
Naturphilosophie: Das Wesen von Naturgesetzen und die Erklärung des Lebens. Neubearbeitung. (Wissenschaftliche Bibliothek)

Doppelspaltexperiment in fünf Varianten

Beim Doppelspaltexperiment lässt man Licht oder Teilchen durch zwei schmale Spalte einer Schlitzblende treten. Auf einem Beobachtungsschirm dahinter zeigen sich dann Muster, die wir deuten können. Es ist das grundlegende und wichtigste Experiment der Quantenphysik. Seine Interpretation läßt das seltsame Verhalten von Quanten deutlich werden.

Zum Buch:
Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)

Wie können wir die Natur verstehen?

Jeder Erkenntnisprozess setzt voraus, dass in verschiedenen Naturvorgängen oder -dingen Gleichheiten aufgefunden werden; und er läuft stets hinaus auf eine Einordnung der erkannten Naturerscheinung in eine allgemeinere Klasse, in welcher sie nun als besonderer Fall erscheint. Es folgt hieraus, dass es in jedem Stadium der Erkenntnis, so weit sie auch vordringen mag, stets letzte Prinzipien gibt, die selbst nicht mehr erklärt werden können, sondern aller Erkenntnis zugrunde liegen. Je geringer aber die Zahl der letzten Prinzipien, desto vollkommener die Erkenntnis.
Es sind jene Fragen, die auf die Klärung oberster Begriffe zielen, wie Materie, Kraft, Raum und Zeit, Gesetz, Leben: Begriffe, die beinahe in jede Aussage über Naturdinge und Naturgeschehen irgendwie eingehen.

Zum Buch:
Naturphilosophie: Das Wesen von Naturgesetzen und die Erklärung des Lebens. Neubearbeitung. (Wissenschaftliche Bibliothek)

Albert Einstein – Relativität der Zeit und Bewegung

Albert Einstein – Der Gedanke, alle Bewegung als relativ aufzufassen, ist recht alt und für geradlinig-gleichförmige Bewegungen bereits in der Mechanik von Newton heimisch gewesen; aber die gewaltigen Konsequenzen konnten sich erst ergeben, nachdem man die Vorstellung eines substanziellen Äthers aufgegeben hatte.

Zum Buch:
Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)

Bewusstsein und Unsterblichkeit

Cover: Bewusstsein und UnsterblichkeitSchleich gibt in diesem Werk als Erster eine physiologische Darstellung der Vorgänge, welche zu einem Ichgefühl führen. Ihm steht als erfahrener Mediziner das Experiment der Narkose zur Seite, um für diese Art von Geistigkeit eine anatomisch-physiologische Basis zu finden.
Mit Schleich werden wir einem größeren Wunder begegnen: der Individualität, dem Rätsel, warum eine Milliardenschar von Zellen nicht nur körperlich und geistig eine Einheit darstellt. Ja, wir werden sehen, wie diese Einheit in den kleinsten Elementen wiederkehrt. Wie kommt es dazu, dass die ungeheure Zahl von Zellen so eigenartig geprägt ist, dass sie einzeln und zu Organen und Organismen verschmolzen stets eine eigene, wesenhafte Individualität erhalten? Und was ist unsere Seele?
Ihre Inkarnation ist laut Schleich der ‚Nervus sympathicus‘. Dieser hat sich ein Gehirn und Verstand erschaffen im Entwicklungsaufstieg. Vernunft ist demnach Verstandesaktion in Harmonie mit dem Sympathikus. Gefühl, Gemüt, Herz sind Ausdrücke für das Überwiegen der Sympathikusfunktion in den Gebieten des reinen Denkens.
Mit diesem neu überarbeiteten Werk werden wir das Geheimnis von Bewusstsein und Unsterblichkeit schauen.

Das Buch:

Bewusstsein und Unsterblichkeit: Neubearbeitung (Wissenschaftliche Bibliothek)

 

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (8. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 373920995X
  • ISBN-13: 978-3739209951

 

Kleines Wörterbuch der Natur-Philosophie

Cover: Kleines Wörterbuch der Natur-Philosophie„Ein neues Wörterbuch der Natur-Philosophie? Wozu soll das gut sein? Schließlich gibt es doch ein riesiges, umfangreiches Internetlexikon in aller Ausführlichkeit. Oder etwa nicht?“ So oder so ähnlich mag mancher denken. Doch erfasst man vom Internetinhalt schnell genug den Kern der Sache, insbesondere wenn man nur mal kurz wissen möchte, was der eine oder andere Begriff bedeutet?
Vielen Lesern geht es so, dass sie über die teilweise sehr ausführlichen und hochwissenschaftlichen Internettexte eine Weile brüten müssen, bevor sie erkennen, was das Wesentliche ist. Das hat den Autor bewogen, ein kleines Wörterbuch mit kurzem, prägnantem Inhalt zu schaffen. Dieses kann man immer neben sich liegen haben, wenn man einen philosophischen oder naturphilosophischen Text liest oder selbst zum Philosophieren neigt. Die 1200 Begriffe, die man kennen sollte, führen den Leser schnell, kurz und prägnant an den Kern der Sache heran.

Das Buch:

Kleines Wörterbuch der Natur-Philosophie: 1200 Begriffe, die man kennen sollte, kurz und prägnant (Wissenschaftliche Bibliothek)

  • Taschenbuch: 140 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (26. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3739222573
  • ISBN-13: 978-3739222578

 

Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis

Cover: Die letzen UrsachenDie klassischen physikalischen Theorien, zum Beispiel die klassische Mechanik oder die Elektrodynamik, haben eine klare Interpretation. Den Symbolen der Theorie wie Ort, Geschwindigkeit, Kraft beziehungsweise Spannungen und Felder ist eine intuitive, klare Entsprechung in Experimenten zugeordnet. Anders sieht es bei einer der Säulen heutiger Welterkenntnis aus: der Quantenphysik. Da die Quantenphysik auf der sehr abstrakten Wellenfunktion basiert, kann eine Interpretation nicht mehr intuitiv erfolgen. Es liegt eine unzulässige Vermischung von Abstraktem mit Realem vor. Wenn man dagegen Abstraktes und Reales auseinanderhält, fällt es leichter, zu einer realistischen Deutung von bisher schwer Verständlichem zu kommen. Hier findet die heutige Naturphilosophie eines ihrer reichhaltigen Betätigungsfelder. Sie versucht, die Natur in ihrer Gesamtheit zu erfassen, ihre Strukturen zu beschreiben, anschaulich zu erklären und zu deuten.
Zudem gibt es neue Erkenntnisse, die es zulassen, eine naturwissenschaftliche Theorie über den transzendenten physikalischen Bereich, jenseits von Raum und Zeit aufzustellen. Das Werk eines Physikers, der die metaphysische Seite vom Jenseits beschreibt, schließt das „Buch der Naturerkenntnis“ ab.
Insgesamt ist ein abgerundetes Werk über „Die letzten Ursachen“ entstanden, das neben aktueller Erkenntnis die Weisheit der Jahrhunderte enthält und vielleicht sogar noch ein wenig von dem, was die Zukunft erst erweisen wird.

Das Buch:

Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (14. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3739218231
  • ISBN-13: 978-3739218236

 

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Leseprobe: Die letzten Ursachen

Zeigt die Meeresschnecke Elysia timida Bewusstsein?

Die Meeresschnecke Elysia timida hat einen Weg gefunden, sich die Fotosynthese von Algen nutzbar zu machen. Wie ist das möglich?

Als Naturwissenschaftler gehen wir davon aus, dass sich alle komplexen biologischen Systeme durch evolutionäre Prozesse gebildet haben.

Ein Evolutionsprozess besteht aus drei Schritten. Zuerst entsteht Neues, möglicherweise noch nie Dagewesenes. Im zweiten Schritt wird das Neue mit Vorhandenem kombiniert und zur Auswahl dargeboten. Im dritten und letzten Schritt wird eine Auswahl unter dem Dargebotenen getroffen. Die Auswahl kann passiv durch Wechselwirkungen mit der Umwelt geschehen oder aktiv unter Berücksichtigung der individuellen Neigung, bestimmte Ziele zu verfolgen (= Bedürfnisse).

Schlundsackschnecken, zu denen Elysia timida gehört, ernähren sich fast ausschließlich von Algen. Das Verdauungsorgan der Schnecke zerkleinert und zerlegt die gefressenen Algen. Neu ist wohl (Schritt 1 der Evolution), dass die Schnecke und speziell ihr Darm zwischen verschiedenen Zellbestandteilen der zerlegten Algen unterscheiden kann. Die Schnecke verfügt ganz offensichtlich über die Möglichkeit, selektiv bestimmte Zellbestandteile zu verdauen, oder auch nicht, obwohl sich die einzelnen Bestandteile nicht prinzipiell unterscheiden und andere Meeresschnecken ungeachtet der unterschiedlichen Algenbestandteile die komplette Alge verdauen.

Für den zweiten Schritt des Evolutionsprozesses ergeben sich daraus folgende Kombinationen:

a. Alle Zellbestandteile verdauen, …

b. Chloroplasten verdauen, …

c. Alles verdauen außer Chloroplasten.

Im dritten Schritt des Evolutionsprozesses kommt es zu einer Auswahl unter den drei dargebotenen Möglichkeiten. Bei einer passiven Auswahl durch die Umwelt bleibt entweder alles beim Alten (Kombination a) oder das Neue ist im Regelfall von entscheidendem Vorteil für Lebenserhalt und Fortpflanzung. Bei einer aktiven Auswahl können Bedürfnisse die Wahl bestimmen und es kann b oder c zum Tragen kommen.

Die Biologen gehen davon aus, dass die Elysia-Schnecken in Hungerphasen Energie von den Chloroplasten beziehen, die im Darm weiterhin Fotosynthese betreiben. Ein Experiment zeigte allerdings, dass die Schnecken auch ohne Fotosynthese der Chloroplasten überleben. Nach zwei Monaten im Dunkeln waren die Schnecken so lebendig wie zuvor. Jetzt vermuten die Forscher, die Schnecke profitiert nicht unbedingt sofort von den Chloroplasten, sondern erst dann, wenn die Darmzellen diese in Hungerphasen abbauen.

Für eine passive Auswahl durch die Umwelt im dritten Schritt der Evolution spricht, dass man aus dem Vorhandensein der Chloroplasten im Darm einen geringfügigen Vorteil für den Lebenserhalt ableiten kann. Doch ist dieser Vorteil entscheidend?

Gegen das Wirken eines passiven Prozesses spricht das Erkennen des Unterschieds verschiedener Zellbestandteile der Algen durch die Schnecke selbst bzw. durch ihre Darmzellen. Es gibt also etwas, was sich auf unterschiedliche Anforderungen einstellen kann.

Was die Auswahl im Evolutionsprozess betrifft, so ist die Wahl der Evolution auf Kombination c gefallen, alles wird verdaut außer den Chloroplasten. Allerdings hat die Schnecke anscheinend die Möglichkeit, in Hungerphasen die Kombination b zu wählen, nämlich die Chloroplasten zu verdauen.

Es existiert eine nicht determinierte Entscheidungs­möglichkeit zwischen Handlungsalternativen.

Wenn man zudem davon ausgeht, dass die Schnecke das ganz einfache Bedürfnis hat, sich ihr Leben etwas komfortabler zu gestalten, indem sie die Chloroplasten Sauerstoff und Zucker produzieren lässt, dann sind alle Kriterien für den informationsverarbeitenden Prozess erfüllt, der laut Definition als Bewusstsein bezeichnet werden kann.

Der gleiche Bewusstseinsprozess, der Entscheidungen trifft, wann die Chloroplasten Sauerstoff und Zucker produzieren sollen und wann sie zu verdauen sind, hat auch beim dritten Evolutionsschritt die aktive Auswahl durchgeführt.

Sicher handelt es sich nicht um einen hoch entwickelten Bewusstseinsprozess wie das Selbst- oder Oberbewusstsein beim Menschen. Es ist eher ein dem Unterbewusstsein vergleichbarer Prozess. Beim Menschen führt das Unterbewusstsein viele Entscheidungen und körperliche Steuerungen durch. Nur das Wichtigste wird zur Entscheidung dem Oberbewusstsein zugeführt. Und was das Wichtigste ist, das entscheidet ebenfalls das Unterbewusstsein.

Die Elysia-Schnecke zeigt uns mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass einfache Bewusstseinsprozesse selbst auf ihrer nicht allzu hohen Entwicklungsstufe wirken.

Es ist sogar anzunehmen, dass eine einfache Art von Bewusstseinsprozessen ab Anbeginn der Evolution beim Aufstieg des Lebens mitgewirkt hat. Denn als reine Zufallsprozesse und ohne aktive Auswahl ist die Entstehung von Eiweißmolekülen, DNA, Archaeen, Eukaryonten, Mitochondrien oder Plastide mehr als unwahrscheinlich….

Zum Buch:

Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)

Letzte Ursachen und die Unschärferelation

Der Physiker Werner Heisenberg versuchte die Lichtteilchen genauer zu vermessen. Er wollte ihren Ort und Impuls exakt bestimmen. Er hatte keinen Erfolg, denn immer wenn er das Lichtteilchen an einem bestimmten Ort lokalisieren konnte, gelang es ihm nicht mehr den Impuls exakt zu messen. Wenn er gerade dabei war, den Impuls zu messen, konnte er nicht mehr feststellen, wo das Lichtteilchen geblieben war. Das Problem war nicht lösbar. Schließlich stellte Heisenberg eine Formel auf, die das Problem mathematisch beschreibt. Diese Formel ist die Heisenbergsche Unschärferelation, für deren Entdeckung der Physiker 1932 den Nobelpreis bekam.

Zum Buch:
Die letzten Ursachen: Das Buch der Naturerkenntnis (Wissenschaftliche Bibliothek)